LINKED (OPEN) DATA – VON DER THEORIE ZUR PRAXIS

Abstract

Die Daten in öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen sind auf viele verschiedene Datenbanken verteilt und ihre Menge nimmt rasch zu. Öffentliche Verwaltungen bemühen sich im Rahmen von E-Government-Projekten, einen Teil dieser Daten einem breiten Publikum im Web zur freien Nutzung zugänglich zu machen (Open Data). Ähnlich sehen sich Unternehmen damit konfrontiert, dass ihre Informationen in unzähligen „Datensilos“ liegen und nur über aufwändige Schnittstellen zwischen den Applikationen ausgetauscht werden können.

Linked (Open) Data ist ein Konzept, das für beide Anwendungsbereiche einen erfolgsversprechenden Lösungsansatz darstellt. Es kann öffentlichen Verwaltungen dazu verhelfen, ihre offenen Daten in standardisierter Form auf verschiedenen Web-Plattformen auffindbar und leicht zugänglich zu machen (Linked Open Data), so dass sie zusammengeführt und für Forschungszwecke und (mobile) Applikationen genutzt werden können. Für Unternehmen bietet das Linked-Data-Konzept das Potenzial, interne Daten verteilt zu speichern und trotzdem von allen Applikationen darauf zuzugreifen (Linked Enterprise Data). Dadurch kann die Erfassung, Nutzung und Pflege der Daten stark vereinfacht werden.

Das von der Gebert Rüf Stiftung und der HTW Chur getragene Projekt (Projektnummer GRS-­‐049/14) soll aufzeigen, wie die Konzepte von Linked Open Data bzw. Linked Enterprise Data die Verwaltung und den Zugang zu Daten gegenüber deren Ablage in Datenbanken vereinfachen und welchen Mehrwert dieser Ansatz in der Praxis bietet.

 

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Bislang existieren noch wenig Quellen, die den erfolgreichen Einsatz von Linked (Open) Data in der Praxis verständlich darstellen. Zum einen ist das Konzept in der Literatur erst "theoretisch-experimentell" beschrieben, zum andern finden sich kaum Anwendungsbeispiele, die den potentiellen Mehrwert einer LOD-Lösung aufzuzeigen vermöchten.

Mit unserem Projekt wollen wir diesen zwei Faktoren, die einer Durchsetzung des Linked-Data-Konzepts hinderlich sind, folgendermassen entgegenwirken:

  1. Mit zwei Handbüchern. Das erste richtet sich an Personen in Verwaltung und Unternehmen, die Informationssysteme planen resp. darüber entscheiden. Das zweite richtet sich an Personen, die Linked Open Datasets für Untersuchungen im Rahmen eigener Projekte benötigen bzw. zur Realisierung eigener Anwendungen nutzen wollen.
  2. Mit zwei Beispiel-Applikationen, die als eigenständige Anwendungen im Web zur Verfügung stehen und nach Projektabschluss von der HTW Chur betrieben werden. Die Beispiel-Applikationen - eine für Linked Open Data (LOD) und eine für Linked Enterprise Data (LED) - ermöglichen interessierten Personen zusammen mit den Handbüchern, die Planung, den Entwurf, die Umsetzung und die Nutzung von Daten- und Informationssystemen auf der Basis von Linked-Data-Konzepten nachzuvollziehen.
  3. Mit zwei Nutzungsszenarien. Obwohl Linked Data Offenheit gegenüber zukünftig neuen Nutzungsszenarien verspricht, ist es aus unserer Erfahrung unabdingbar, sich bei der Planung eines auf Linked-Data-Konzepten basierenden Systems an konkreten Nutzungsszenarien zu orientieren. Im Projekt werden deshalb je ein Nutzungsszenario für die LOD- und die LED-Anwendung ausgearbeitet und in den Handbüchern dokumentiert.

Stand des Projekts / Resultate

Das Projekt ist bewilligt. Der Projektvertrag mit der Gebert Rüf Stiftung ist in Vorbereitung.


Publikationen

  • Arbido (2013): Linked Open Data -Big Data -Alles vernetzt. Hrsg. von den Berufsverbänden Bibliothek Information Schweiz BIS und Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare VSA. Ausgabe 4 vom 6. Dezember 2013.

Links

am Projekt beteiligte Personen

  • Prof. Dr. Niklaus Stettler (Projektleiter, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft SII, HTW Chur)
  • Prof. Bruno Wenk (stv. Projektleiter, Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien IKT, HTW Chur)
  • Michael Aschwanden (wissenschaftlicher Mitarbeiter, SII, HTW Chur)
  • Eliane Mastrandrea (wissenschaftliche Mitarbeiterin, SII, HTW Chur)
  • Lukas Toggenburger (wissenschaftlicher Mitarbeiter, IKT, HTW Chur)

  • Prof. Dr. Albert Weichselbraun (Beratung/Qualitätssicherung, SII, HTW Chur)


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